Monatsarchiv: Februar 2010

Die Gier nach Gold … und nach dem schnellen Geld

Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise, haben sie wieder einmal Hochkonjunktur – die „Goldjungs“ – findige Vertriebler, die stets auf der Welle aktueller Trends reiten und dem Volk geben, wonach es giert. In der Hochphase der New Economy verscherbelten sie Aktien – als dann die Dotcom-Blase geplatzt war, irgendwelche „Garantie“-Produkte – und jetzt eben Gold. Wohin der Strom der Lemminge sich auch richtet, sie sind schon da, um abzukassieren. Wie die Pilze schießen deshalb momentan „Gold-Vertriebe“ und „Gold-Produkte“ wie „Gold-Sparpläne“, „Gold-Zertifikate“, „Goldminen-Beteiligungen“, etc. aus dem Boden.

Dabei ist es schier unglaublich, wie naiv manche der „Goldjünger“ argumentieren und agieren. Daraus lässt sich eigentlich nur schlussfolgern, dass die herausragendste Eigenschaft von Gold offenbar die ist, den Menschen das Hirn zu vernebeln.

Dies war zu allen Zeiten so und wird wohl auch so bleiben. Seit Jahrhunderten hat dieses Metall eigentlich stets nur Phantasien geschürt und Unheil angerichtet. Hunderte Alchimisten haben ihre Lebenszeit (und manche auch ihr Leben) geopfert, um Gold künstlich zu erschaffen, Tausende haben im wilden Westen zu Zeiten des Goldrausches ihre Gier mit dem Leben bezahlt und in der gesamten Menschheitsgeschichte dürfte die Zahl derer, die auf der Jagd nach dem gelben Metall zu Tode gekommen sind, in die Millionen gehen. Wegen der Gier nach Gold wurden Jahrhunderte lang Kriege geführt, ganze Völker versklavt oder niedergemetzelt und Gräber geschändet – und noch heute dreht fast jede Frau am Rad, wenn sie es irgendwo glitzern sieht. Sind wir Menschen wirklich so beschränkt, dass wir wieder und wieder auf die gleichen Reize hereinfallen?!

„Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
Diese Erkenntnis hatte schon Mahatma Gandhi.
Und man muss noch nicht einmal weit in der Geschichte zurückgehen, um aus der Historie die richtigen Schlüsse ziehen zu können.

Die letzte vergleichbare Entwicklung hatten wir zwischen 1975 und 1980. Gold stieg – krisenbedingt (2. Ölkrise) – und die Argumente, mit denen damals vorwiegend Banker ihren Kunden die Sparkonten plünderten und Goldbarren andrehten, glichen den heutigen wie ein Ei dem anderen.
Und was passierte dann? Wer 1980 in Gold investierte, musste bis 2006 – also 26 Jahre (!!) – warten, bis seine Investition wieder soviel wert war, wie zu Beginn.
Zumindest nominell – denn Ende 1980 war ein Dollar noch rund 1,90 DM wert – Ende 2006 hingegen nur noch 0,75 € (= 1,47 DM). Währungsbereinigt hatten Anleger in Deutschland unter dem Strich also noch immer ein sattes Minus von rd. 23 Prozent.

Berücksichtigt man nun noch die Inflation (die offizielle (= schöngerechnete) Inflationsrate in der Zeit zwischen 1980 und 2006 betrug lt. Statistischem Bundesamt durchschnittlich 2,1% p.a.) so hielt der ölkrisengetriebene Goldinvestor des Jahres 1980 nach 26 Jahren nur noch etwa 45% seines Ursprungswertes an Kaufkraft in Händen.
Und selbst heute, wo der Goldpreis die historische 1000 USD-Grenze durchbrochen hat, würde der Goldkäufer von 1980 beim realen Gegenwert noch immer ein sattes Minus verbuchen.

Vor diesem Hintergrund wären die Sirenengesänge der ganzen Gold-Drückerkolonnen, die derzeit mit den gleichen Argumenten wie in den 80er-Jahren auf Dummenfang sind, wirklich zum Lachen – würden sie nicht so großen Schaden anrichten.

Als Beimischung eines gut gestreuten Anlageportfolios mag Gold ja durchaus eine gewisse Berechtigung haben (Experten gehen hierbei von rd. 10% aus) – aber alles auf diese Karte zu setzen, wie es die Gold-Drückertruppen derzeit tun, die vielfach ihren Kunden nicht nur das gesamte vorhandene Vermögen in Gold umschichten sondern obendrein noch die gesamte monatlich verfügbare Liquidität in einen der unsäglichen „Goldsparpläne“ umleiten, ist schlicht unverantwortlich!

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