Monatsarchiv: Juni 2013

Obama – Lichtgestalt oder Luftnummer?

Wieso nur diskutiert Deutschland eigentlich seit Jahren über Obama? In dessen Heimat war der anfängliche, durch nichts begründete, Hype ziemlich schnell vorbei und wich der vorhersehbaren Ernüchterung. Anstatt über’s Wasser zu laufen, ist der vermeintliche Heilsbringer gnadenlos abgesoffen. Nur in good old germany will das irgendwie niemand wahr haben. Das wurde besonders offenkundig bei den Umfragen anläßlich der letzten US-Präsidenten-Wahl, bei der die Bundesbürger zwar glücklicherweise nichts zu entscheiden, wohl aber eine Meinung hatten.

Schlimmer geht’s immer
Zeichnete sich die erste Amtszeit Obamas noch primär dadurch aus, dass er so gut wie keinen Punkt seines Wahlprogrammes in die Praxis umzusetzen vermochte (und das lag beileibe nicht (nur) an den blockierenden Republikanern im Kongress), jagt in seiner zweiten Amtszeit nun ein Skandal den nächsten.
Und waren die Fehltritte bisheriger demokratischer Präsidenten eher von der peinlich-putzigen, aber letztendlich harmlosen, Sorte, wie Cigarren-Bill’s „Sex“-Affäre, handelt es sich bei Obama wirklich um handfeste Skandale, wie man sie bisher nur den Republikanern zutraute. Illegale Bespitzelungen von Journalisten und politischen Gegnern, gegen internationales Recht verstoßende Tötungen am laufenden Band und nun auch noch Ausspähung von Verbündeten – Rechtsbeugung in nahezu allen Varianten – Bush jun. und Nixon lassen grüßen.

Im eigenen Land macht sich dies inzwischen auch drastisch an den Umfragewerten bemerkbar, wo Obama, wenn er so weitermacht, sich bald ein Rennen um den Titel des unbeliebtesten Präsidenten ever liefern dürfte. Nur in Deutschland traumtänzeln seine Fans noch immer, halten das noch immer nicht geschlossene Guantanamo inzwischen offenbar für ein Pfadfinder-Ferienlager und mordende Drohnen für das Hobby eines Modellflugzeug-Fans.

Das wird jedoch wohl letztendlich nichts daran ändern, dass Obama nicht primär als erster afroamerikanischer Präsident in die Analen der US-Geschichte eingehen wird, sondern als eine der größten Luftnummern der Weltpolitik. Sicher, es gab Staatsoberhäupter, die ähnlich wenig geleistet haben. Aber bei kaum einem war die Diskrepanz zwischen Anspruch/Erwartung und Realität so gigantisch, wie bei diesem Heißluftgebläse aus Hawaii.

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